Geschichte


Das altbekannte "Gasthaus zum Hutzelwald" will die Erinnerung an den großen Mundartdichter Karl Gottfried N a d l e r wachhalten, der vor bald 200 Jahren hier als Rechtsanwalt und Notarlebte und wirkte.

Sein wohl bekanntes Gedicht - Der Brand im Hutzelwald - schildert
in humorvollen Versen, wie Heidelberger Ratsherren im steten Bemühen,
für Stadt und Bürgerschaft zu sorgen, bei einer Sitzung im Rathaus durch die Schreckensbotschaft "Der städtische Hutzelwald brennt lichterloh" in ihrer Ruhe gestört wurden und was sich daraufhin alles ereignete.

Der Hutzelwald - ein alter Gewann-Name - ist das Waldgebiet, dass sich hinter unserem Haus den Hang hinauf bis zur Höhe des Gaisberg erstreckt und in Vorzeiten neben Laubbäumen auch eine stattliche Anzahl Kiefern enthielt.
Im Volksmund hießen die Kiefernzapfen "Hutzeln" und daher der Name Hutzelwald. Zur jener Zeit galten zur Auslösung eines Feueralarms strenge Vorschriften und die Ratsherren waren sehr bemüht, danach zu handeln. Die Verwirrung war aber so groß, dass sich alle ihre Bemühungen ins Gegenteil verkehrten. Eine eindrucksvolle, malerische Darstellung ist auf dem an der Wand des Gastraumes angebrachten großen Ölgemäldes des Heidelberger Malers
Wolf zu sehen. Ein heftiger Gewitterregen beendete schließlich den Waldbrand
und der Magistrat konnte sich zur wohlverdienten Stärkung im nahe gelegenen Gasthaus bei Speis und Trank von dem Schrecken erholen.

Viele Gäste aus nah und fern besuchten seither das Gasthaus zum Hutzelwaldund wurden mit dem Besten aus Küche und Keller verwöhnt.

Karl Gottfried Nadler hat im nahen Bergfriedhof seine letzte Ruhestättegefunden. Ein schlichtes Steinkreuz zieren die Worte eines Freundes:
"Ist ein Grab nach Wunsch Dir, du Pfälzer Dichter, geworden? Sicher, es ruht sich leicht hier in dem sonnigen Berg. Schaue hinauf zu den Höhen, sie sind voll Wein und Kastanien, teile die Zweige nach vorn, da liegt die fröhliche Pfalz!"